Kürbisanbau

 

Kürbisse haben sich mittlerweile längst bei uns etabliert und sind bereits fester Bestandteil des Gemüsesortiments im Herbst geworden. Dieser Trend zeichnet sich auch bei den Anbauverhältnissen ab. 2014 wurden in Baden-Württemberg rund 600 Hektar Speisekürbisse angebaut, 2015 ist die Anbaufläche hingegen um 8,5% auf 660 Hektar angestiegen. Während sich die Anbaufläche ausweitete büßte der Ertrag um rund 10% ein und sank von knapp 1.110 Tonnen auf 990 Tonnen.


Die Speisekürbisse sind ursprünglich in Südamerika beheimatet und lassen sich in drei Arten unterteilen: den Riesenkürbis (Cucurbita maxima), Gartenkürbis (Cucurbita pepo) und Moschuskürbis (Cucurbita moschata). Der Riesenkürbis zeichnet sich durch einen weichen, runde, oft korkigen Fruchtstiel, der sich am Fruchtansatz nicht verbreitert aus. Die Laubblätter sind nicht gelappt und weich. Seine dicklichen Samen sind  weiß bis bräunlich. Zu den Riesenkürbissen zählen zum Beispiel die Sorten Hokkaido, Buttercup, Bischofsmütze oder Blue Hubbard.

 

Der Gartenkürbis hingegen besitzt einen harten, eckigen Fruchtstiel, der gelegentlich am Fruchtansatz etwas verbreitert ist. Die Blätter sind handförmig gelappt, tief geschnitten und stechend behaart. Die Samen sind stumpf weiß bis bräunlich mit glatter Oberflöche und glattem Rand. Beispiele sind der Gelbe Zentner, Patisson, Spaghetti-Kürbis oder der Halloween-Kürbis.

 

Moschuskürbisse werden häufig aufgrund ihres dunkelgelben Fruchtfleischs, seinem intensiven Aroma und dem nussigen Geschmack als feinste Speisekürbisse gehandelt. Der Fruchtstiel der Moschuskürbisse ist hart und besitzt runde Kanten, die sich am Fruchtansatz stark erweitern. Die Sprossachse ist hart und glatt gerillt. Die Blätter sind fast rund bis leicht gelappt und weich. Die Samen sind weiß bis braun. Vertreter dieser Art sind beispielsweise der Muscade de Provence oder der Butternut.

 

Wer Kürbisse kaufen möchte, dem bieten sich mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten. Ich kaufe am liebsten direkt vom Erzeuger, in Hofläden oder an Selbstbedienungsständen direkt auf dem Feld. Hier bekommt man auch mal besondere Sorten, die nicht in jedem Lebensmitteleinzelhandel zu finden sind. Wer ein bisschen Platz in seinem Garten übrig hat, kann die schicke Herbstfrucht aber auch ganz leicht selbst anbauen. Hier ein paar Tipps dafür:
 

Kürbisse – wie oft?


Auch wenn das in eurem privaten Hausgarten sicher nicht ganz einfach ist, sollte man es vermeiden die Kürbisse in jedem Jahr am gleichen Fleck zu pflanzen. Darüber hinaus sollte sogar vermieden werden, das man Sorten und Arten der Familie der Kürbisgewächse jedes Jahr dort anbaut, das heißt dazu zählen unter anderem auch Gurken, Zucchini und Zuckermelonen. Kürbisse zählen zu den Starkzehrern und entziehen dem Boden dadurch viele Nährstoffe. Optimal wäre wohl der Anbau von Kürbissen im 5-jährigen Rhythmus mit einer Gründüngung vorweg.

 

 

Gut gesät ist halb geerntet


Kürbisse mögen es gerne warm, daher können sie auf günstigen Standorten direkt in den Boden gesät werden. Um ein Gefühl für das richtige Klima zu bekommen, kann man sich ein bisschen an den Weinbauregionen im Land orientieren. Außerdem bevorzugen sie lockere, gut erwärmbare, humushaltige leichte bis mittelschwere Böden. Um den Kürbissen den Start zu erleichtern sollte sich der Boden zum Aussaattermin bereits auf 10°C bis 15°C erwärmt haben. Das ist meistens so ab Mitte Mai der Fall. Wenn man genügend Platz hat und mehrere Pflanzen in Reihen ansäen möchte sollte zwischen den Reihen 1,5 bis 2,5 Meter Abstand einhalten. Auf den Verpackungen des Saatguts ist meistens der Abstand innerhalb der Reihen, oder der Platzbedarf der einzelnen Pflanzen in Quadratmeter angegeben, an denen man sich gut orientieren kann.
In kühleren Lagen ist es von Vorteil die Kürbispflanzen in Töpfen vorzuziehen, oder einfach gleich vorgezogene Pflanzen zu kaufen. Beim Verpflanzen muss man nur darauf achten das der Topfballen gut durchwurzelt ist und möglichst keine Wurzel zu Schaden kommt, das nehmen sie einem nämlich ziemlich übel. Die Kürbisse sollten von Anfang an bis in den Juli hinein gut mit Wasser versorgt sein, da es in diesen Monaten den größten Wachstumsschub gibt und eine hohe Blühintensität stattfindet.

Um einen Konkurrenzdruck mit Unkraut zu vermeiden sollte der Bereich rings um die Pflanzen regelmäßig gehackt werden, zumindest so lange, bis die Kürbispflanzen beginnen zu ranken. Gerade im jungen Stadium der Pflanzen können außerdem Schnecken problematisch werden. Später, wenn die Früchte reif sind, hat man eher mit Mäusefraß zu kämpfen. Wenn die Blätter im Spätsommer einen weißlich abwischbaren Belag aufweisen könnte es sich um echten Mehltau handeln, der aber in der Regel keinen großen Schaden anrichtet. 

 

Richtiger Erntezeitpunkt bedingt Lagerfähigkeit


Ausschlaggebend für eine lange Lagerdauer ist der richtige Erntezeitpunkt. Und den zu bestimmen ist gar nicht so furchtbar schwer. Der Fruchtstiel sollte gut verholzt sein, ein leichtes Klopfen auf den Kürbis sollte sich hohl anhören und die Blüte sollte bereits abgefallen sein. Apropos Fruchtstiel: der sollte unbedingt an den Kürbissen belassen werden. Wird er nämlich abgebrochen können durch die Bruchstelle Keime in den Kürbis dringen, die zu einem schnelleren Verderb der Früchte führen würden. Je nach Sorte kann schon ab Mitte August mit der Ernte begonnen werden.

 

In diesem Sinne ein gutes Gelingen und eine reichhaltige Ernte im nächsten Jahr!

 

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© Kürbistraum.de, Meike Löhr